Die Sommerresidenz Buća, auch als Komplex Buća-Luković bekannt, ist der monumentalste und am besten erhaltene Sommersitz des Adels von Kotor in Tivat.
Seit dem Mittelalter errichteten die Adelsfamilien von Kotor an den Ufern der Bucht von Tivat Sommerresidenzen, umgeben von Weinbergen und Gärten, und die Familie Buća baute hier einen befestigten Besitz.
Die Residenz wurde im 15. Jahrhundert in mehreren Phasen erbaut – daher vermischen sich an ihr Renaissance, Spätgotik und Barock. Laut der Publikation „Sakralna baština Tivta“ (Sakrales Erbe von Tivat) ließ sie der Adlige Mihailo Petrov Buća aus Kotor errichten; manche Quellen datieren die Entstehung bereits ins 14. Jahrhundert. Der Komplex ist von einer Steinmauer umgeben und umfasste einen Wehrturm mit monumentalem Eingangstor, ein Wohnhaus, ein Wirtschaftsgebäude und die Kapelle des hl. Michael im Hof sowie einen Weinberg und einen großen Garten. Zum Meer führte ein steinerner Weg mit 130 dekorativen Steinsäulen.
Die Familie Buća brachte im 14. und 15. Jahrhundert eine Reihe bekannter Kaufleute, Finanziers, Diplomaten und Theologen hervor. Am bekanntesten ist Nikola Buća, Protovestiar (Finanzverwalter) von König Stefan Dečanski und Kaiser Dušan. Später ging die Residenz in die Hände der Seefahrerfamilie Luković aus Prčanj über (die Quellen nennen unterschiedliche Jahre), nach der der Komplex seinen Doppelnamen trägt. Die Erben der Luković überließen 1888 einen Teil des Anwesens für den Bau des österreichisch-ungarischen Marinearsenals, aus dem das heutige Tivat hervorging.
Mitte des 20. Jahrhunderts wurde an der Stelle des steinernen Weges zum Meer im Zentrum des Gartens eine Sommerbühne errichtet. Heute ist der Komplex ein geschütztes Kulturgut und Sitz der öffentlichen Einrichtung Museum und Galerie Tivat: Im ehemaligen Wirtschaftsgebäude befindet sich die Sammlung „Ethnografisches Erbe von Tivat“, und im Turm sowie im Galerieraum wechseln sich Kunst-, ethnologische, archäologische und Dokumentarausstellungen ab.