Travel to Montenegro
Skutarisee und die Weinstraße der Crmnica: eine Audio-Autofahrt
Kostenloser Audioguide

Skutarisee und die Weinstraße der CrmnicaEine Audio-Autofahrt

Von Virpazar durch die Weindörfer der Crmnica nach Rijeka Crnojevića, Pavlova Strana und Karuč

  • Kostenlos · ohne App
  • 3 SprachenME · EN · ES
  • Leichter Spaziergang
mit dem Auto
180 Min.
Strecke
⁨53,8 km⁩
Stationen
12
Überblick

Eine Audio-Autofahrt durch die Crmnica, die Wiege des Vranac, und auf der alten Straße über dem Skutarisee: Virpazar und die Festung Besac, das Kloster in Brčeli, das Mühlendorf Poseljani, Rijeka Crnojevića und die Danilo-Brücke, der Aussichtspunkt Pavlova Strana, die Weindörfer der Riječka nahija und Karuč. Zwölf Stationen, rund vierundfünfzig Kilometer, mit der Geschichte von Vranac und Kratošija und den Familienweingütern am Weg.

Audio in dieser Sprache folgt in Kürze

Der vollständige Text jeder Station steht auf dieser Seite und im Player. Anhören können Sie die Tour auch auf:

So funktioniert’s

  1. Herunterladen, dann starten

    Speichern Sie die Tour vor der Abfahrt per WLAN – auf Bergstraßen fällt das Netz aus. Wählen Sie „Fahren“ und verbinden Sie das Handy mit dem Auto oder nutzen Sie Kopfhörer.

  2. Fahren Sie in Ihrem Tempo

    Jede Station startet von selbst, wenn Sie sich ihr nähern. Läuft noch eine, wartet die nächste, bis sie endet – nichts wird abgeschnitten.

  3. Hände am Lenkrad

    Große Tasten, der Bildschirm bleibt an, und die Tasten am Lenkrad oder Kopfhörer spielen, pausieren und springen weiter.

Route

Die Fahrt auf der Karte

Die Tour beginnt hier: Virpazar, Zentrum an der Brücke. Tippen Sie auf eine Nummer, um die Station abzuspielen.

Station für Station

12 Stationen unterwegs

Hören Sie zu oder lesen Sie unten die komplette Erzählung jeder Station.

Bevor es losgeht

Willkommen

Willkommen zur Audio-Autofahrt Skutarisee und die Weinstraße der Crmnica. Wir starten in Virpazar, fahren durch die Weindörfer der Crmnica und dann auf der alten Straße über dem See nach Rijeka Crnojevića, zum Aussichtspunkt Pavlova Strana und ins Fischerdorf Karuč. Die Hauptroute ist etwa vierundfünfzig Kilometer lang. Ohne Pausen fahren Sie rund zwei Stunden, mit Pausen und einer Weinprobe sollten Sie einen ganzen Tag einplanen. Godinje und Limljani sind kurze Abstecher, die Sie auslassen können. Die Geschichten starten von selbst, wenn Sie sich einer Station nähern. Wer fährt, lässt das Handy liegen. Die Straßen am See sind schmal und kurvig, halten Sie also nur in den Ausweichbuchten und auf den Parkplätzen, die wir nennen. Und das Wichtigste: Dies ist eine Weinstraße. In Montenegro gilt für Fahrer eine Grenze von null Komma drei Promille, für junge Fahrer und Fahranfänger null. Legen Sie fest, wer fährt, und der Fahrer nimmt seine Weinprobe in der Flasche mit nach Hause. Die Weingüter sind Familienhäuser, rufen Sie also am Vortag an.

  1. Virpazar und die Festung Besac1
    Station 1nur Text

    Virpazar und die Festung Besac

    Sie sind in Virpazar, wo der Fluss Crmnica in den Skutarisee mündet. Im Namen steckt das Wort Pazar, Markt: Hier trafen sich das Tal der Crmnica und der See. Über dem Ort steht die Festung Besac. Die meisten Quellen sagen, dass die Osmanen sie Ende des fünfzehnten Jahrhunderts nach dem Fall der Zeta bauten, um den See zu kontrollieren. Montenegriner eroberten sie Anfang des achtzehnten Jahrhunderts, und im Zweiten Weltkrieg nutzten die Italiener sie als Gefängnis. Ein Fußweg führt vom Ort hinauf. Auf dem Felsen im Zentrum steht ein Denkmal von neunzehnhundertdreiundsechzig. Es erinnert an den dreizehnten Juli neunzehnhunderteinundvierzig, als Aufständische aus Godinje, Seoca, Boljevići, Krnjice und Virpazar die italienische Garnison hier angriffen und einnahmen, am ersten Tag des Aufstands vom dreizehnten Juli. Virpazar hatte auch die erste Eisenbahn Montenegros. Eine Schmalspurbahn von Bar wurde neunzehnhundertacht eröffnet und neunzehnhundertneunundfünfzig stillgelegt. Heute legen im Hafen Boote zu Fahrten auf den See ab, und das Parken im Zentrum ist kostenlos. Am Ende des Winters findet hier das Wein- und Ukljeva-Festival statt, wenn die Winzer der Crmnica ihren Vranac an Ständen im Ort ausschenken.

    Weiter zur nächsten Station (⁨2,6 km⁩): Wenn Sie nach Godinje fahren, nehmen Sie die Seestraße Richtung Ostros, etwa vier Kilometer. Wenn Sie es auslassen, nehmen Sie die Hauptstraße Richtung Petrovac, ins Tal der Crmnica.

  2. Godinje, das Dorf über dem See2
    Station 2nur TextOptional

    Godinje, das Dorf über dem See

    Vor Ihnen liegt Godinje, ein altes Dorf am Hang über dem See. Die Häuser stehen dicht an dicht, und Durchgänge führen durch sie hindurch, sodass man früher vom ersten bis zum letzten Haus gehen konnte, ohne ins Freie zu treten. Der Überlieferung nach war das ein Schutz bei osmanischen Überfällen. Jahrhundertelang lebten hier die Sippen Leković und Nikač, und Männer aus Godinje waren unter den Aufständischen, die neunzehnhunderteinundvierzig Virpazar angriffen. Godinje ist auch mit den Balšići verbunden. Balša der Dritte hielt sich hier während seiner Kriege mit Venedig zu Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts auf. Es ist auch ein Weindorf. Das Weingut Garnet gehört der Familie Leković. Miško und Maja, die dreizehnte Generation, machen Vranac und Chardonnay im Nationalpark, und die Weinprobe findet auf einer Terrasse neben dem ältesten Haus des Dorfes statt, von April bis November, nur nach Reservierung. Unterhalb des Dorfes sehen Sie auf einer kleinen Insel im See die Festung Grmožur. Die Osmanen bauten sie achtzehnhundertdreiundvierzig, später diente sie als Gefängnis. Man erzählt, dass nur Häftlinge dorthin kamen, die nicht schwimmen konnten. Das Dorf erkundet man am besten zu Fuß. Stellen Sie das Auto so ab, dass es die schmale Straße nicht blockiert.

    Weiter zur nächsten Station (⁨4,1 km⁩): Fahren Sie auf demselben Weg zurück nach Virpazar. Für Limljani nehmen Sie die alte Straße Richtung Bar, für die Hauptroute die Hauptstraße Richtung Petrovac.

  3. Boljevići und Limljani: die Straße auf der alten Bahn3
    Station 3nur TextOptional

    Boljevići und Limljani: die Straße auf der alten Bahn

    Diese Straße von Virpazar Richtung Bar hat eine ungewöhnliche Vergangenheit. Sie folgt der Trasse der alten Schmalspurbahn von Bar nach Virpazar. Der Bau begann neunzehnhundertfünf, Züge fuhren bis neunzehnhundertneunundfünfzig, danach wurde die Strecke zur Straße. Deshalb ist die Steigung sanft und die Kurven sind so weit, wie ein Zug sie braucht. Sie sind durch Boljevići gefahren. Auch Männer von hier waren unter den Aufständischen, die am dreizehnten Juli neunzehnhunderteinundvierzig die italienische Garnison in Virpazar angriffen. Limljani liegt etwa zweihundertzwanzig Meter über dem Meer. Hier baut die Familie Klisić auf rund vier Hektar Wein an: Vranac, Kratošija, Cabernet Sauvignon, italienischen Muskateller und die einheimische Lisičina. Es gibt Weinproben, Mahlzeiten meist aus eigenen Zutaten, Kochkurse und zwei Zimmer. In der Saison können Gäste beim Rebschnitt helfen, bei der Lese im September und Oktober und beim Rakija-Brennen im Oktober. Rund um den See und in der Crmnica wächst auch die Zwiebel aus der Crmnica, eine milde, süße rote Zwiebel, die Slow Food in seine Arche des Geschmacks aufgenommen hat. Vom Samen bis zur Zwiebel dauert es drei Jahre.

    Weiter zur nächsten Station (⁨6 km⁩): Fahren Sie auf demselben Weg zurück nach Virpazar, etwa zwölf Kilometer, und nehmen Sie die Hauptstraße Richtung Petrovac, ins Tal der Crmnica.

  4. Die Crmnica, Wiege des Vranac4
    Station 4nur Text

    Die Crmnica, Wiege des Vranac

    Sie fahren in die Crmnica, das Tal, das von den Küstenbergen nach Virpazar hinabführt. Hier stammt der Vranac her, Montenegros eigene rote Rebsorte und sein Rotwein. Beschrieben hat ihn zuerst Mitar Plamenac im Jahr achtzehnhunderteinundneunzig. Heute kennen wir auch seine Eltern. Eine genetische Studie aus dem Jahr zweitausendzwanzig zeigte, dass der Vranac von Kratošija und Duljenga abstammt. Kratošija ist eine alte Sorte dieser Küste, dieselbe Traube, die in Amerika Zinfandel und in Italien Primitivo heißt. Duljenga ist eine seltene einheimische Sorte. Vranac wächst heute auf etwa der Hälfte der Rebflächen Montenegros. Ein großer Teil steht auf großen Plantagen bei Podgorica, aber in der Crmnica ist er noch Familiensache: Fast jedes Dorf hat seine Keller, und viele Häuser schenken ihren eigenen Wein am eigenen Tisch aus. Die Lese beginnt Mitte September und dauert bis in den Oktober, und Virpazar feiert ihren Beginn im September mit einem Traubenfest. Eben sind Sie am Bahnhof Virpazar vorbeigefahren. Dort hat die Familie Mašanović ihren Keller; sie macht seit mehr als zehn Generationen Wein. Sie verschneidet Vranac mit Marselan, Cabernet und Kratošija und serviert ihn bei der Probe mit Pršut, Käse und mariniertem Karpfen. Melden Sie sich mindestens einen Tag vorher an. Auf dem Rückweg kommen Sie noch einmal am Keller vorbei.

    Weiter zur nächsten Station (⁨5 km⁩): Fahren Sie auf der Hauptstraße weiter durch Sotonići. Nach etwa fünf Kilometern zweigt rechts eine Straße nach Donji Brčeli ab; das Kloster liegt im Dorf.

  5. Brčeli: das Kloster und Šćepan Mali5
    Station 5nur Text

    Brčeli: das Kloster und Šćepan Mali

    In Donji Brčeli steht das Kloster des heiligen Nikolaus. Es stammt aus dem fünfzehnten Jahrhundert, seine Gründung wird Jelena Balšić zugeschrieben. Fürst Nikola ließ es achtzehnhunderteinundsechzig erneuern. In dieser Kirche ist Šćepan Mali begraben, eine der seltsamsten Gestalten der montenegrinischen Geschichte. Er war ein Zugereister unbekannter Herkunft, der sich als russischer Zar Peter der Dritte ausgab und von siebzehnhundertsiebenundsechzig bis zu seinem Tod siebzehnhundertdreiundsiebzig Montenegro regierte. Unter dem Kirchenboden liegt ein gewölbter Raum, der zu seiner Zeit als Kerker gedient haben soll. Brčeli ist auch ein Weindorf. Die Familie Kopitović lebt hier seit dem fünfzehnten Jahrhundert, und ihr Hauskeller ist über dreihundert Jahre alt. Sie macht sechs Weine, und einer der Roten heißt Šćepan Mali. Die Probe findet im Familienhaus mit Hausmannskost statt und muss angemeldet werden. Weiter oben, in Bukovik, betreibt die Familie Rajković das Weingut Buk, mit Weinbergen zwischen zweihundertsiebzig und siebenhundert Metern. Und etwas weiter, in Građani, bewahrt das Weingut Lipovac Amphorenfunde aus dem dritten Jahrhundert vor Christus und einen Keller zehn Meter unter der Erde.

    Weiter zur nächsten Station (⁨6,5 km⁩): Wenden Sie an einer sicheren Stelle und fahren Sie auf der Hauptstraße zurück nach Virpazar, etwa neun Kilometer. In Virpazar biegen Sie direkt nach der Brücke links ab, auf die schmale Straße nach Rijeka Crnojevića.

  6. Über dem Skutarisee6
    Station 6nur Text

    Über dem Skutarisee

    Sie sind jetzt auf der alten Straße zwischen Virpazar und Rijeka Crnojevića, einst ein Karawanenweg. Unter Ihnen liegt der Skutarisee, der größte See des Balkans, den Montenegro mit Albanien teilt. Im Sommer bedeckt er etwa dreihundertsiebzig Quadratkilometer, im Winter bis zu fünfhundertvierzig. Der montenegrinische Teil ist seit neunzehnhundertdreiundachtzig Nationalpark, und der See steht auf der Ramsar-Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung. Rund zweihundertachtzig Vogelarten wurden hier beobachtet. Am bekanntesten ist der Krauskopfpelikan, der hier einige seiner letzten Kolonien in Europa hat. Im Osten, bei Vranjina, überqueren Straße und Bahn nach Podgorica den See. Dort steht auch die Festung Lesendro, die die Osmanen achtzehnhundertdreiundvierzig Njegoš abnahmen. Im Sommer ist ein großer Teil des Ufers mit weißen und gelben Seerosen bedeckt. Fisch hat diese Dörfer immer ernährt, am bekanntesten ist die Ukljeva, eine kleine silberne Laube, die nur in den Becken des Skutarisees und des Ohridsees lebt. Heute ist sie geschützt und darf nur von November bis Mitte März gefangen werden. Die Straße ist schmal und hat wenige Ausweichstellen. Für ein Foto halten Sie nur in einer Bucht, nie in einer Kurve.

    Weiter zur nächsten Station (⁨6 km⁩): Fahren Sie etwa neun Kilometer weiter durch Kruševica und Komarno. Die Station Poseljani ist an einer kleinen Ausweichbucht neben einem Denkmal am Straßenrand.

  7. Poseljani, das Dorf der Mühlen7
    Station 7nur Text

    Poseljani, das Dorf der Mühlen

    Unterhalb der Straße, in einer steilen Bucht, die zum See hinabführt, liegt Poseljani. Früher war das ein wichtiger Ort. Der Bach, der hier in den See fällt, trieb etwa fünfzehn Mühlen an, und hier wurde das Getreide der Dörfer auf beiden Seiten des Berges gemahlen. Man kam über Land und mit dem Boot ins Dorf. Als die Mühlen nicht mehr gebraucht wurden, leerte sich das Dorf fast ganz. Von den Mühlen sind nur efeubewachsene Steinmauern geblieben. In den letzten Jahren sind einige Familien zurückgekehrt, für immer oder für die Wochenenden. Das Wasser ist noch da. Der größte Wasserfall ist oben im Dorf, weiter unten gibt es kleinere Kaskaden und kleine Steinbrücken. Im Frühling und nach Regen ist der Bach am stärksten. Wenn Sie hinuntergehen möchten: Ein Steinpfad beginnt an der Straße und ist schlecht markiert. Der Abstieg ist steil, tragen Sie also gutes Schuhwerk und denken Sie an den Rückweg bergauf. Wenn Sie nur vorbeifahren, genießen Sie den Blick und fahren Sie weiter. Auf dieser Straße zogen einst Karawanen zwischen der Crmnica und Rijeka Crnojevića. Heute ist sie eine der schönsten Straßen am See, aber langsam: Rechnen Sie mit etwa vierzig Kilometern pro Stunde.

    Weiter zur nächsten Station (⁨4,4 km⁩): Fahren Sie etwa siebeneinhalb Kilometer weiter. Die Straße steigt durch Riječani an und öffnet den Blick über das Tal von Rijeka Crnojevića.

  8. Das Tal der Crnojevići8
    Station 8nur Text

    Das Tal der Crnojevići

    Vor Ihnen öffnet sich das Tal eines Flusses, der nach einer Familie benannt ist, den Crnojevići, die im fünfzehnten Jahrhundert die Zeta regierten. Ivan Crnojević herrschte von vierzehnhundertfünfundsechzig bis vierzehnhundertneunzig. Seine Hauptstadt war Žabljak, wo die Morača in den See mündet. Als die Osmanen Žabljak vierzehnhundertachtundsiebzig einnahmen, zog sich Ivan hierher zurück, nach Obod über dem Fluss, das er einige Jahre zuvor befestigt hatte. Einige Jahre später zog er weiter hinauf nach Cetinje und baute dort ein Kloster. Sein Sohn Đurađ gründete eine Druckerei, aus der vierzehnhundertvierundneunzig der Oktoich kam, das erste in kyrillischer Schrift gedruckte Buch der Südslawen. Die meisten Historiker verorten die Druckerei in Cetinje, die örtliche Überlieferung verbindet sie mit Obod, über dem Ort, in den Sie gleich hinunterfahren. Der Fluss selbst ist nur etwa zwölf Kilometer lang. Er entspringt unter einer Höhle im Berg Obod, nicht weit vom Ort, und fließt in den Skutarisee, dessen Wasser über die Bojana die Adria erreicht. Die Straße windet sich jetzt in Kehren hinunter. Fahren Sie langsam; parken können Sie im Ort.

    Weiter zur nächsten Station (⁨2,2 km⁩): Fahren Sie etwa drei Kilometer hinunter nach Rijeka Crnojevića, parken Sie im Ort und gehen Sie zu Fuß zur alten Brücke.

  9. Rijeka Crnojevića und die Danilo-Brücke9
    Station 9nur Text

    Rijeka Crnojevića und die Danilo-Brücke

    Willkommen in Rijeka Crnojevića. Die steinerne Bogenbrücke ließ Fürst Danilo achtzehnhundertdreiundfünfzig bauen, zum Gedenken an seinen Vater Stanko Petrović. Sie ersetzte eine Holzbrücke, die zuvor Petar der Zweite Petrović Njegoš errichtet hatte. Neben der Brücke, am linken Ufer, baute Danilo auch ein Haus, das Mostina genannt wird. Das älteste erhaltene Gebäude im Ort ist das Haus des heiligen Petar von Cetinje. Im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert war dies der größte Hafen und Handelsplatz Montenegros. Hier wurde getrocknete Ukljeva gehandelt, die auch auf italienischen Tischen gefragt war. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts stellte eine Fabrik namens Marica Perlmutt-Essenz aus Fischschuppen her. Heute ist es ein ruhiger Ort mit einigen Dutzend Einwohnern und Restaurants am Fluss, bekannt für geräucherten Karpfen und Fischsuppe. Der Karpfen wird gesalzen und über Granatapfel- oder Weidenholz geräuchert, wodurch sich das Fleisch rot färbt. Dazu passt ein Glas Vranac aus der Crmnica, aber nur für alle, die nicht fahren. Von Rijeka Crnojevića fahren auch Boote flussabwärts zum See, nach Karuč und Dodoši.

    Weiter zur nächsten Station (⁨1,9 km⁩): Überqueren Sie die neue Brücke und nehmen Sie die Straße bergauf Richtung Podgorica. Nach etwa vier Kilometern kommt der Aussichtspunkt Pavlova Strana mit einer kleinen Bucht für wenige Autos.

  10. Aussichtspunkt Pavlova Strana10
    Station 10nur Text

    Aussichtspunkt Pavlova Strana

    Wenn Platz ist, fahren Sie in die kleine Bucht am Aussichtspunkt. Halten Sie nicht auf der Straße selbst. Das ist Pavlova Strana, das heißt Pavles Hang. Unter Ihnen zieht der Fluss Rijeka Crnojevića eine fast vollständige Schleife um einen grünen Hügel und verliert sich dann durch Schilf und Seerosen im See. Dieses Bild ist eines der bekanntesten Fotos Montenegros, Sie sehen es auf Postkarten, Kalendern und in Reiseführern. Hier wechseln sich Wasser und Land ab. Im Sommer ist die Ebene um den Fluss grün, und wenn der See im Winter steigt, breitet sich das Wasser über sie aus. Derselbe Blick ist in jeder Jahreszeit anders. Das schönste Licht gibt es morgens und am späten Nachmittag, wenn es auch kühler ist. Mittags steht die Sonne hoch und die Landschaft wirkt flacher. Die Hügel um Sie herum gehören zur Riječka nahija, dem alten Bezirk um Rijeka Crnojevića. Auf Terrassen, die zur Sonne und zum See zeigen, wachsen hier Vranac und Kratošija. Unsere nächste Station liegt in ihren Weindörfern.

    Weiter zur nächsten Station (⁨2,9 km⁩): Fahren Sie vorsichtig wieder an und etwa vier Kilometer weiter Richtung Rvaši.

  11. Drušići und Rvaši: der Wein der Riječka nahija11
    Station 11nur Text

    Drušići und Rvaši: der Wein der Riječka nahija

    Sie fahren durch die Riječka nahija, die Dörfer über Rijeka Crnojevića und dem See. Die Weinberge liegen hier auf Terrassen, die Keller sind klein und in Familienhand. Drušići gilt als das bekannteste Weindorf der Gegend. Die Einheimischen sagen, der Name komme von einem alten illyrischen Wort für Traube. Die Familie Janković hat hier etwa viertausend Rebstöcke, die im Jahr rund dreitausend Liter Wein und siebenhundertfünfzig Liter Rakija ergeben. In Rvaši, im Weiler Suvodoli, betreibt die Familie Šofranac das Weingut Mrkan, mit etwa dreitausend Rebstöcken auf Terrassen. Ihr Roter wird aus Kratošija und Vranac gemacht, und der Probierraum blickt auf den Weinberg und das Dorf. Auf beiden Gütern können Gäste im August und September bei der Lese helfen. Auf der anderen Talseite liegen zwei weitere Höfe: Rakčević in Smokovci, in einem hundertjährigen Familienhaus, und Vukmirović in Gornji Ceklin, mit einem in die Erde gegrabenen Keller. Kratošija wird hier häufiger als anderswo als eigenständiger Wein ausgeschenkt. Probieren Sie ihn, aber wenn Sie fahren, lassen Sie sich vom Gastgeber eine Flasche für später einpacken.

    Weiter zur nächsten Station (⁨1,8 km⁩): Folgen Sie den Schildern nach Karuč und zum Nationalpark. Die letzten drei Kilometer sind schmal und steil; am besten parken Sie oberhalb des Dorfes und gehen zu Fuß hinunter.

  12. Karuč, Dodoši und Žabljak Crnojevića12
    Station 12nur Text

    Karuč, Dodoši und Žabljak Crnojevića

    Die Straße führt hinunter nach Karuč, einer kleinen Fischersiedlung am Nordwestufer des Sees. Sie entstand aus vorübergehenden Fischerhütten, denn am Auge von Karuč, einer Unterwasserquelle in der Bucht, sammelten sich die Lauben in großen Mengen. Das Wasser der Quelle bleibt auch im Sommer kalt und klar. Über der Bucht stehen die Ruinen des Winterhauses von Bischof Petar dem Ersten, achtzehnhundertacht gebaut, wo er wegen des milden Klimas die Winter verbrachte. Etwa einen Kilometer von der Quelle entfernt liegt in rund elf Metern Tiefe das Wrack des Dampfers Skenderbeg, versenkt am zwölften Februar neunzehnhundertzweiundvierzig. Taucher dürfen es nur mit einem zugelassenen Anbieter besuchen. Der Parkplatz unten ist klein. Wenn Sie das Auto oben gelassen haben, dauert der Weg hinunter etwa fünf Minuten. Vor Karuč zweigt eine schmale Straße nach Dodoši ab, einem alten, dicht gebauten Fischerdorf auf einer Landspitze. Im Winter umgibt es der See fast von allen Seiten. Südöstlich von hier, an der Mündung der Morača, steht die Festung Žabljak Crnojevića, einst Hauptstadt von Ivan Crnojević. Die Osmanen nahmen sie vierzehnhundertachtundsiebzig ein, und achtzehnhundertachtundsiebzig kam sie zurück an Montenegro. Mit dem Auto erreicht man sie von der Seite von Podgorica, im Sommer auch mit dem Boot. Von Karuč und Rijeka Crnojevića aus fahren einheimische Boote auf den See. So sieht man die Seerosen und die Vögel am besten, und dann darf auch der Fahrer ein Glas trinken.

Zum Schluss

Abschied

Hier endet unsere Fahrt. Fahren Sie von Karuč wieder hinauf zur Hauptstraße. Bis Podgorica sind es etwa zweiundzwanzig Kilometer, bis Cetinje etwa vierundzwanzig. Auf dem Weg nach Podgorica kommen Sie durch die Lješanska nahija, wo die Familie Bogojević in Staniseljići ebenfalls Gäste nach Anmeldung empfängt. Auf unserer Website finden Sie Seiten zu allen Weingütern, die wir erwähnt haben, mit Kontakten, dazu unsere Seite über den Vranac aus der Crmnica, die Karte der Weintouren, die Fische des Skutarisees und das Wein- und Ukljeva-Festival in Virpazar am Ende des Winters. Wenn Sie heute in Cetinje oder Kotor übernachten, probieren Sie auch unsere Audio-Spaziergänge durch diese Städte. Danke, dass Sie mit uns gefahren sind, und gute Reise.

Gut zu wissen

Bevor Sie losgehen

Jedes Wort auch als Text

Die komplette Erzählung jeder Station steht auf dieser Seite und im Player, der gesprochene Satz ist hervorgehoben – für laute Gassen und für gehörlose und schwerhörige Gäste.

Läuft auch bei gesperrtem Bildschirm

Nach dem ersten Tippen auf Play läuft die Erzählung bei ausgeschaltetem Bildschirm weiter; Pause und Weiter über Sperrbildschirm oder Kopfhörer.

Ihr Standort bleibt auf dem Handy

Der Standortmodus ist freiwillig und arbeitet nur, solange diese Seite angezeigt wird. Wir erhalten oder speichern nie, wo Sie sind.

Funktioniert offline

Laden Sie die Tour vorab herunter, dann läuft sie ohne mobile Daten.

Praktische Hinweise

Start: Virpazar, Zentrum an der Brücke über die Crmnica (Parken im Zentrum kostenlos). Route: Virpazar → Crmnica (Orahovo, Sotonići, Donji Brčeli) und zurück → alte Seestraße über Komarno und Poseljani → Rijeka Crnojevića → Pavlova Strana → Rvaši → Karuč. Etwa 54 km, etwa 2 Std. Fahrzeit ohne Pausen (die Seestraße ist langsam, etwa 40 km/h). Ende: Karuč; von dort nach Podgorica etwa 22 km, nach Cetinje etwa 24 km. Abstecher (optional): Godinje +8 km (hin und zurück), Limljani +24 km (hin und zurück). Dauer: ein halber Tag ohne Weinproben; ein ganzer Tag mit Weinprobe, Mittagessen und Bootsfahrt. Beste Zeit: April–November (die meisten Weingüter geöffnet, meist nach Anmeldung); Lese von Mitte September bis Oktober; Seerosen im Sommer; an der Pavlova Strana schönstes Licht morgens und am späten Nachmittag. Straße: zwischen Virpazar und Rijeka Crnojevića und hinunter nach Karuč schmal und kurvig, mit wenigen Ausweichstellen; für große Fahrzeuge schwierig. An der Pavlova Strana Platz für wenige Autos; in Karuč kleiner Parkplatz, besser oben parken und zu Fuß hinunter (ca. 5 Min.). Alkohol: Grenzwert für Fahrer 0,3 Promille, für junge Fahrer und Fahranfänger 0. Bestimmen Sie einen Fahrer; Wein zum Mitnehmen kaufen. Weingüter: Familienhäuser, am Vortag anrufen; Kontakte auf den Seiten der Weingüter auf unserer Website. Eintritt: für die Fahrt keiner; Weinproben und Bootsfahrten werden vor Ort bezahlt. Angeln im Nationalpark nur mit Genehmigung. Zu Fuß: kurze Wege in Virpazar (Pfad zur Festung Besac), Godinje, Poseljani (steiler Steinpfad) und Karuč.

Audioguides

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